Erntefest, Ernterede (14.09.2025)
Unsere Erntemagd ist Kuhlmanns Gina, die neben mir steht,
Wir haben ihr auch eine Fußbank auf den Boden gelegt
Hoch vom Berge, aus Röcke ist ihre Herkunft
Was ihr Absprach, jegliche Vernunft.
Beruflich hat sie sich bei Edeka eingefunden,
Und meistert im Büro so manch langweilige Stunden.
In der Freizeit ist der Rücken der Pferde ihr Zuhaus,
Da kommt auch sie mal höher hinaus.
Im Vorstand hat sie auch einiges zu sagen,
Stellt sie mit Lisa die Tanzkreise in die richtigen Waagen.
Und Männer, wenn ihr denkt, die Frau, die wäre doch was für mich!
Ich muss euch enttäuschen, mit mir hat sie den besten Mann für sich!
Als Ernteknecht zu agieren hat sich Julian durchgerungen,
Vielleicht habe ich ihn auch etwas gezwungen.
Denn liebe Mädels schaut mal bitte,
er ist schon ne echte Schnitte.
Doch bevor man sich um ihn rangelt,
zu spät - den hab ich mir schon geangelt.
Sein berufliches Leben begann beim Deutschen Heer,
Doch er stand mehr auf Schraubenschlüssel statt Gewehr.
Seitdem schraubt er nur noch an den ganz großen Maschinen,
Man sah ihn aus Versehen schon mal einen Dacia verbiegen.
Und um verbogenes Metall geht es auch bei der Moral von der Geschicht:
hier fehlt doch noch ein Ring, oder meint ihr etwa nicht!
50 Jahre von Haus zu Haus,
Zum Jubiläum dürfen die Verheirateten raus.
So entzogen sich einige Älteren den ehelichen Pflichten,
um im 4er Pulk den Nötigerspruch aufzudichten.
So klingelten die lustigen Senioren bis tief in die Nacht,
Nicht, dass man Schwäche zeigt und das Jungvolk sich lustig macht.
Doch wenn man älter wird ergibt sich ein Problem,
Das morgendliche Erwachen ist nicht mehr so schön.
Am Abend war es doch so gut,
Bestens gelaunt mit Stock und Hut!
Also besteht das Problem definitiv,
erst seitdem man mit Gürtel und Schuhen schlief!
So eine Lederallergie macht das Leben schon schwer.
Oder man verträgt einfach das lange Schlafen nicht mehr!
Das ganze Dorf war tief schockiert
die Eisenbahnbrücke wurde verbarrikadiert.
Ende Juni waren prüfende Ingenieure da,
das Ergebnis: akute Gefahr!
Betonteile drohen auf die Gleise zu stürzen,
da hilft nur Tonnage weiter kürzen!
Doch scheinbar nicht gefährlich genug, dass es eilt.
Denn das Ergebnis dieser Untersuchung wurde ja erst 4 Wochen später mitgeteilt.
Und dann stand zur Tücke,
Verkehrszeichen „2 Tonnen“ auf der Brücke.
„Durchfahrt verboten“ in Textform benannt,
gilt auch für Fahrräder, war wohl nicht jedem bekannt.
Aber mit Verkehrsregeln ist´s sowie mit allem,
halt dich nur an die, die dir gefallen.
Das Parken auf Cords Hof ist eigentlich nicht schwer,
Für Nentwigs Mathias dagegen anscheinend sehr.
Wenn der Sohn schonmal ein Häusle baut,
Kommt es vor, dass es sich auf dem Hofe staut.
Der Volvo steht gerne mitten auf der Siekmeierschen Zufahrt,
das platzsparende Parken wird sich gerne gespart.
Der Hof gesperrt, die Scheune blockiert,
Dann wird halt mit dem Erntewagen jongliert.
Mathias, drum lass dir eines sagen:
Kurzstrecken sind nicht gut für deinen Wagen!
Für Fußgänger ist die Brücke nicht gesperrt,
Dann hätten wir dir auch diesen Spruch verwehrt.
In Amerika ziehen Häuser öfter mal um
Als Europäer fragt man sich, wie und warum ?
Aber auch in Evesen hat ein kleines, gelbes Häuschen sich auf den Weg gemacht
Am Neuen Standort in der Schaumburgerstrasse hält es nun seine wacht.
Von Peetzen 10 zu Prisma ist es gezogen,
In der alten Telefonzelle werden Bücher für Leseratten angeboten.
Neugierig zum Stöbern und zum Tausch,
Kann man sich lesen in einen Rausch.
Den Helfern ausm Dorf sei hier Dank gesagt,
Ihr den Umzug habt geplant und gewagt.
Mittlerweile seit vier Jahre erzählt er schon von der Kanzel und diesem Wagen,
Als Sprachrohr der Kirche darf Felix jedes Jahr neben uns etwas sagen.
Doch erinnert sich noch wer an Heinz Schultheiß ?
Bekannt mit seinem Roller unterwegs im Umkreis.
Zur Hochzeit eines Freundes war er vor Ort,
Doch keiner verlor darüber vorher ein Wort.
Aber unbemerkt ist er nicht geblieben,
Musste er bei der Probe der Goldkehlchen doch etwas zu seinem Besten geben.
Sonst erfreut er sich in London an seinen Rentnerpflichten,
Lässt hiermit aber Grüße an alle ausrichten.
Beklagen können wir uns mit dem letzten und aktuellen Pastor nicht,
Haben wir mit Felix noch einen El Pastore auf lange Sicht.
Alina und Nils haben es dieses Jahr nochmal gewagt
Und für ihre Ehe bei Gott den Segen erfragt.
Nach der Trauung ging es nach Todenmann,
Und jeder hat gegeben, mancher mehr als er kann.
Auf die Trauung folgte bald der Familienurlaub an der Nordsee
Eigentlich geplant ganz ohne Chaussee
Doch Möllers Nils, so wie man ihn kennt,
Hat die Gezeiten ein wenig verpennt.
Am Vorabend zog sich der Küstennebel durch sein Glas,
Weshalb er die Erholung schnell vergaß.
Am nächsten Tag rumorte es gewaltig bei ihm im Wanze
Und die Ferienwohnung erstrahlte unfreiwillig in neuem Glanze.
Darum Nils, spitz einmal kurz die Ohren:
Im Familienurlaub hast du in der Kneipe nix verloren!
Der kleine grüne Trecker läuft schon so lang,
Da läuft ihn selbst ein großer, schwarzer Valtra nicht ab den Rang.
Ungleich sahen die beiden Schlepper beim Toltern aus,
Manche hauten schon die Witze raus.
Doch Frederkings kleiner Deutz schaffte es auch dieses Jahr den Petzer Berg hinauf,
Sonst nehme ihn Nicos Leihschlepper in seiner Kabine bestimmt gerne auf.
Ein Beispiel von vielen,
Die unseren Wagen in der Erntefestzeit ziehen.
Begeistert ihr uns damit eurer fahrerischen Fähigkeit,
Von uns habt ihr dafür Anerkennung und Dank auf Ewigkeit.
Wir kennen doch viele die Ideen,
Die bei Bier und Schnaps entstehen.
Auch unser Lehmkünstler hat so manche Einfälle,
Denkt Leon nicht nur an Steine und Kelle.
Warum nicht einen Weihnachtsmarkt machen,
Kann man Glühwein trinken, braucht man Mayo und Ketchup auf und solche Sachen.
Als Standort stellt er den Vorschlag in den Raum,
Auf Cords Hof steht doch eh schon der Weihnachtsbaum.
Doch wie kann es anders sein,
Fiel ihm die Idee beim Nötigen ein.
Wir wollten jetzt also nicht, dass wir Hoffnung schürten,
Es am Ende aber zu keinen positiven Ergebnissen führten.
Vielleicht im nächsten Jahr einen neuen Anlauf starten,
Kann Leon mit seinem kleinen Weihnachtsmarkt aufwarten.
Ihr habt es bereits gehört, die Brücke macht Probleme,
Und durchkreuzte auch die Ernteredenschreibers Pläne.
Einen Treffpunkt zu finden, fiel allen schwer,
Auch andere Termine wurden immer mehr.
Lisa bot zwar ihre 4-Wände an,
Holte auch schon zwei Kisten Bier heran.
Doch standen Maurice, Thorsten und Lukas nach dem letzten Jahr vor der Wahl,
schaffen wir das Getränkemalör nochmal?
So wurde die Rede im Home Office geschrieben,
Nun fragte sich Lisa, wohin mit den ganzen Bieren?
2026 suchen wir doch auch wieder eine Erntemagd,
Warum hast du noch nicht zugesagt?
So langsam wird sich auch überlegt,
ob und wer die Nachfolge der drei Schreiber angeht.
Eine Einarbeitung ist dafür natürlich von Nöten,
Im nächsten Jahr dann wieder klassisch bei Gina oder auf den eigenen Höfen.
Wir haben nun genug dumme Sprüche gemacht
Und sind mit unserer Rede am Ende.
Wir hätten bestimmt noch mehr gebracht,
wenn noch etwas auf dem Zettel stände.
Wir wollen uns noch nicht schonen,
schwingen im Zelt nochmal unsere Sohlen.
In der Zeit danach, in der wir nicht hier sind,
wird von der Kapelle ein Lied angestimmt!
Drum wartet bei Musik und Bier,
um achte sind wir wieder hier.
Wir bedanken uns schon einmal für euer Engagement an diesem Tage,
wir sehen uns wieder, gar keine Frage!





























































