Ernterede 2026 (22.10.2026)
1. Maibaum und andere Geschichten
Ende April, der Maibaum bekommt seinen Platz
Ein nicht unerheblicher Arbeitseinsatz.
Getränke, Pommes, Bratwurst, alles ist da,
doch Silbernagels Lisa wird ganz starr:
den Grill, den hat sie nicht erkannt,
obwohl er vor ihren Augen stand.
Mit dem Backen klappt es bei dir wohl eher
Da brauchst du auch keinen Fernspäher.
Doki hat es mit dem Sehen auch nicht leicht,
eine Wespe ihr nicht von der Seite weicht.
Ein Stich am Auge hat ihre Sehkraft geklaut,
weshalb sie den Umzug in Echtorf nur zur Hälfte hat geschaut.
Auch beim Nötigen kann dir schlimmes passieren
Zum Beispiel kannst du dehydrieren
Leon hat nicht einen Schluck geschafft, nur gesabbelt
In der Zeit hat Tim schon 2 Halbe weg gegnabbelt
Und damit so eine Schmach nie wieder passiert
Ist man nach dem Toltern über die Friller Wiesn flaniert.
Auf dem Hinweg halfen wir auch bei der Rettung der Welt
Wenn man mit 15 Leuten statt vier Taxen, nur eins bestellt.
– Musik –
2. Das Erntejahr
Jetzt wirds wild,
Die Bauern schauen aufs Erntebild.
Das Erntejahr begann erst mit Zuversicht,
das Korn reifte doch ganz ordentlich.
Die Zuversicht wurde schnell verdrängt. Zu kalt und zu trocken,
damit ließ sich das Getreide nicht locken
Im Juni dann der große Schreck,
die Sonne brannte das Korn einfach weg.
Viel zu trocken und zu heiß,
da kamen nicht nur die Landwirte in Schweiß.
Massig Stroh und kleine Körner,
da bekommt so mancher dicke Hörner!
Der Raps dann teils vom Hagel zerstört,
Petrus hast du uns nicht zugehört?
Fürs nächste Jahr können wir nur hoffen,
dass die Ernte nicht vom Wetter wird zerschossen.
Denn auch die Dieselpreise erträgt man nur besoffen.
Das Korn ist weg, die Kohle auch,
zum Glück gibt es noch unseren Festzeltbrauch!
– Musik –
3. Bahn
Bei diesem Spruch lässt sich eins nicht verbergen,
Das Reimschema von „Eine Insel mit 2 Bergen“
Unser Dorf das hat zwei Hälften
In der Mitte liegt die Bahn
Ja wir haben auch ne Brücke
Doch da darfst nicht rüberfahren
Und dann ist da noch die Schranke
Geht dreimal im Jahr kaputt
Unsere Bürger müssen leiden
Weil´s anscheinend keinen juckt
Schon vor mehreren Dekaden
Waren Lösungen parat
Doch das Land wurde verkauft,
Welch ein elendig Verrat
Alle hören wir nur sagen,
Besser geht es leider nicht
Vielleicht ist man nur zu blöde
Hat kein Hirn hinterm Gesicht.
Auch den Tunnel unterm Berge
Könnt ihr lassen wo er ist
Denn durch unsere schöne Heimat
Da läuft eure Trasse nicht.
Ihr kriegt ja sonst auch nichts geregelt,
Also lasst uns hier in Ruh.
Für den Übergang ne Lösung
Sonst Schütten wir die Gleise zu.
Geht doch drüber oder drunter
Ist uns allen doch egal,
Doch dieses ewige Geflicke
Ist für alle hier ne Qual.
Und wer sagt es fehlt die Fläche,
Ist zu Flach oder zu hoch.
Das ist doch nur Geschwafel.
Die Menschheit war schon auf´m Mond.
– Musik –
4. Hochwasser und Feuerwehr
Fast 3 Jahre ist es her,
da erschreckte uns das Weihnachtshochwasser sehr.
Doch was ist alles seit dem geschehen,
Tatsächlich nichts oder könnt ihr was sehen.
Komisch nur wenn Parteien auf ihrer Wahlwerbung pamphletieren,
Dass sie sich für Hochwasserschutz interessieren.
Wasserbauingenieuren wird nicht geglaubt,
Ja nichtmal Pegellatten an die Brücken geschraubt.
Nicht mal mehr ein Grabenkataster mit Fließrichtung kriegt man hin,
Wohl seit 3 Jahren kein Papier im Drucker drin.
Wenn die Feuerwehr schimpft wird es wegdiskutiert,
Und die Bürger sind wohl nur kurz vor der Wahl was wert.
Wer sich wirklich um die Bürger kümmert werdet ihr beim nächsten
Hochwasser sehen.
Das sind scheinbar die einzigen die mit Herzblut für die Bewohner einstehen.
Sie haben rote Autos und blaues Licht.
Sie arbeiten und reden nicht.
Sie helfen jedem bei Tag und bei Nacht,
Und ohne schlechte Politik hätte man noch mehr geschafft!
– Musik –
5. Berliner Politik
Die Berliner Politik treibt einem Tränen in die Augen,
So viel Irrsinn, man kann es kaum glauben.
Man hat so langsam das Gefühl,
Des Bürgers Wille zählt nicht mehr viel.
Erstmal 500 Milliarden in die Kasse geschustert
Und dann als Heilsbringer aufgeplustert.
Gerade ein mal ein Jahr geschafft,
Da werden die ersten Minister dahingerafft.
Und dann gab es noch diese Rentenreform
Die Lösung ist ja wirklich enorm.
Mehr Arbeit, mehr bezahlen hat die Regierung beschlossen.
Ist ja auch leicht, die sind ja nicht betroffen.
Paragraf 188 ist auch nicht schlecht.
Zumindest schützt er Schwachköpfe per Gesetz.
Doch jetzt wird der Spieß umgedreht.
Der Bürger ist der Souverän und sagt euch wie es geht.
Die Einkommensteuertabelle wird erst mal komplett um 30000€ nach oben
geschoben, das würde sich für jeden hier lohnen!
Und wenn einer jammert das dem Staat dann Kohle fehlt,
Politiker lernt sparen, der Deutsche Renter weiß wie das geht.
Dann werden die Sitze nur prozentual zur Wahlbeteiligung vergeben.
Und nicht noch nach 3 Prozent gejammert, statt mal was zu erstreben.
Aber Sachen die zu Lasten der eingespielten Mischpoke gehen
werden niemals auf der Agenda stehen.
Eher sehen wir Lars im Minsterium der Finanzen,
Wie er und seine Spendierfreunde sich vor Peter Zwegat verschanzen.
Oder Vielleicht auch eine neue Koalition-
Alice im Sauerland bei der Fritzefratze
mit dem Lüg nicht Trank und der Abschiebekatze
– Musik –
6. Die Erntemagd Kathi
Kathi du schöne Maid,
wann ist es bei dir soweit?
Natürlich denken wir bei dieser Frage nur an deinen Hausumbau,
da machst du ja ordentlich Radau.
Bisschen Farbe an die Wand reicht allein nicht aus,
in dem Haus musste quasi alles raus.
Auch sonst bist du kein Kind von leisen Tönen,
saust mit deinem Motorrad los und erklimmst auch mal so manche Höhen.
In Minden verdient sie sich ihren Lohn,
so mancher denkt an ihren Arbeitgeber nur mit Argwohn.
Im Finanzamt schmeißt sie mit Zahlen um sich,
ein sicherer Arbeitsplatz auf lange Sicht.
Einen Kölner hast du noch gefunden zu deinem Glück,
damit kommen wir auf die Frage vom Anfang zurück.
– Musik –
7. Der Ernteknecht Fynn
Neben mir steht ein Mann,
der auch etwas mit Werkzeug anfangen kann.
Fynn hat den Beruf als Zimmermann gelernt,
sich jetzt vom groben Holz aber entfernt.
Statt dicker Balken setzt er Rahmen mit Glas,
als Scheibenschieber hat er jetzt Spaß.
Auch vom Heiratsmarkt ist er verschwunden,
hat sich vor Jahren schon in die Ehe mit seiner Sophie geschwungen.
Nebenbei engagiert er sich auch in der Feuerwehr.
Ausgebildet bei den Großen als Pressluftatmer,
bei den Jugendlichen als Organisator.
Aber auch bei uns in der Dorfgemeinschaft schreckt nicht vor der Arbeit zurück,
das ist für uns ein großes Glück.
Doch Fynn, an eine Sache musst du in der Zukunft denken,
nach einem Umzug musst du deine Paketbestellung an die richtige Adresse lenken.
– Musik –
8. Heirat und Geburt
Auch im letzten Jahr hat sich so mancher getraut,
damit ein Fundament für das Eheleben gebaut.
Im Oktober sind Sarah und Lukas vor den Traualtar getreten,
in Vehlens Kirche haben sie um den Segen von unserem Pastor Felix gebeten.
Aylin und Marcel sahen wir Ende Mai in den Bund der Ehe gehen,
bei der Party im Garten hat so mancher Gast sogar den Sonnenaufgang gesehen.
Doch auch den Nachwuchs lassen wir nicht außer Acht,
auch einige Kinder wurden auf die Welt gebracht.
Und selbst für nächstes Jahr werden schon Entbindungstermine gemacht.
Somit ist uns auch nicht für die Zukunft bange,
drum feiern wir weiter, hoffentlich noch lange!
Darauf erheben wir die Gläser, dass bringt Mann und Frau in Schwung
Dann gibt es noch mehr Babys, so bleibt das Dorf jung.
– Musik –
9. Männer und Weihnachtsfeier
Über viele Männern sagt man doch,
sie werden 18 und danach wachsen sie nur noch.
In den letzten Jahren haben wir auch an dieser Stelle von allerlei Sachen gehört,
was den Männern auch nicht stört.
Über Tim und Lukas kommt noch ein Spruch in Gänze,
ein Hinweis nur, es geht um einen der letztjährigen Tänze.
Yanneck und Nils hatten an Weihnachten noch nicht genug,
Tranken das Bier Zug um Zug.
Irgendwann schlief Nils auf dem Sofa ein und blieb dort liegen,
mit der Entdeckung am Morgen, ein besseres Frühstück wird er heute nicht kriegen.
Die Sülze von gestern auf seinem Hemd verteilte,
ob ihn zu Hause wohl der Ärger von Alina ereilte?
– Musik –
10. Nils und sein Jagdauto
Jäger Nils war einst jung und zu faul zum laufen,
Darum musste er sich ein Jagdauto kaufen.
Allrad braucht er, günstig muss er sein.
Da fiel ihm als erstes ein Lada ein.
Vor Jahren war er noch intakt
Doch der Zahn der Zeit hat stark genagt.
Entweder die Stelle ist durchgerostet oder verölt
Da hat der TÜV Mensch gleich genölt.
Die Sache war zum Haare raufen,
Da beschloss er das Gefährt einfach zu verkaufen.
So wurde völlig unbeirrt,
Das alte Schätzchen inseriert.
Alter Russe, gut gepflegt,
Frisch gewaschen, kaum bewegt.
Liebhaberstück, kein Notverkauf.
Ne Schüssel zum drunterstellen gibt’s obendrauf.
Die Entsorgung auf dem Schießstand wurde auch schon geplant.
Die Behörden haben wir schon vorgewarnt.
Ich meine: ein Auto mit Gastank und ne 8x57 in der Wumme.
So eine Feuerball-Junge!!!
Doch Nils hat kurz vorm Erntefest einen Käufer gefunden,
Er weiß zwar nichts über Oxidation aber er bezahlt die nächsten Runden.
– Musik –
11. Rosi und das Sofa
Was wären die Ernterede, ohne das Rosi darin erschien,
dabei wurde es schon ruhiger um ihn.
Doch so ganz ohne geht es auch nicht,
also sah er sich am Sonntagabend in der Pflicht.
Voller Vorfreude sprang er durch das Zelt,
sah das alte Sofa und vergaß wohl ein wenig sein Umfeld.
Im großen Bogen sprang er auf die Coach,
verfehlte sie aber um einen Hauch.
Der Schmerz war auch ein paar Tage später noch groß,
der Arzt ihn aber auch nur fragte, wie schaffen sie sowas bloß.
Glück im Unglück war es gewesen,
daher unser Rat, bleib dieses Jahr doch einfach am Tresen.
– Musik –
12. Unfall beim Ernteumzug
Ein Außenband kann einiges ab,
Außer wenn man ein Schlagloch unterm Fuße hat!
Das hat Tim schmerzlich beim letzten Umzug erfahren
Und damit verließ auch der Freischütz die gewohnte Umlaufbahn.
Das Ergebnis dieser Kettenreaktion,
Kennen die meisten eigentlich schon.
Festteilnehmer begannen zu fliegen
Und Lukas kam unter ihnen zum liegen.
Ein grausiger Schmerz war sofort an der Wirbelsäule da
Und das Lukas über Schmerzen klagt ist rar.
Schließlich ist er Handballtorwart und kein Fußballstar
So fuhren die beiden nicht mit dem Erntewagen zum Zelt
Sondern mit dem RTW in die wohl schlechteste Kneipe der Welt.
Da steht fest, es gibt mindestens ein-zwei Wochen mit gelbem Schein
Und die schenken nicht mal nen Lütten ein.
5 Stunden und immer noch kein Bier:
Saftladen !!! Die sehen uns nie wieder hier.
Trotz schlechter Versorgung wurden sie wieder gesund
Lukas war sogar pünktlich fit für den Ehebund.
Und jetzt die Moral von der Geschicht:
Wir sind besser als deine Krankenkasse, denn hier verdurstet man wenigstens nicht.
– Musik –
13. Wagen, Trecker und VfR
Im letzten Jahr wurde sich anders durchs Dorf bewegt.
Und auch der ein oder andere Wagen, hat sich zerlegt
Manche haben es nicht mal vom Feld geschafft,
des Treckers Batterie hat es dahingerafft!
Doch dank des örtlichen Bauunternehmen
War ein Zugfahrzeug schnell zugegen.
Der Radlader mit Wagen dahinter kam wieder in die Runde
Und der Fahrer dachte sich, damit kannst du alles anheben, Junge!
Auch die Fußballer sorgen für manche Überraschung,
Nach dem letzten Umzug waren wir ganz anderer Auffassung.
Das ihr Wagen sich heute überhaupt bewegt,
Nachdem er sich im letzten Jahr hat hart zerlegt.
Stromerzeuger kaputt, den Müll vom Wagen im Dorfe platziert
Passt auf, dass ihr nicht euer Ansehen verliert
Drum liebe Bewohner, eins ist doch klar,
die Rache wird ganz wunderbar
mit dem Kram zum Sportplatz geeilt
und ihn dort großzügig verteilt!
– Musik –
14. Letzter Spruch
Wir haben nun genug dumme Sprüche gemacht
Und sind mit unserer Rede am Ende.
Wir hätten bestimmt noch mehr gebracht,
wenn noch etwas auf dem Zettel stände.
Doch um unsere Trachten zu schonen,
bekleiden wir uns nun mit neuen Sohlen.
Und in der Zeit, in der wir nicht hier sind,
wird von der Kapelle ein Lied angestimmt!
Drum wartet bei Musik und Bier,
um achte sind wir wieder hier.
Wir bedanken uns schon einmal für euer Engagement an diesem Tage,
wir sehen uns wieder, gar keine Frage!



